Heinrich Hiesinger: Thyssenkrupp-Chef bittet um Vertragsauflösung

Der Vorstandsvorsitzende des Stahlkonzerns ThyssenKrupp steht vor dem Abgang. Heinrich Hiesinger habe den Aufsichtsrat um Gespräche gebeten, die zur Auflösung seines Mandats führen sollen, teilte das Unternehmen in Essen mit. Hiesinger führt das Unternehmen mit zuletzt 41,5 Milliarden Euro Umsatz und knapp 160.000 Beschäftigten seit dem 21. Januar 2011, sein Vertrag läuft noch bis Ende September 2020. Das von dem langjährigen Henkel-Chef Ulrich Lehner geführte Kontrollgremium will dazu am morgigen Freitag zusammenkommen, Lehner unterstützt Hiesingers Wunsch.

Der langjährige Vorstandschef des Industriekonzerns Thyssenkrupp, Heinrich Hiesinger, tritt zurück.

Für den seit sieben Jahren an der Spitze von Thyssen-Krupp stehenden 58-Jährigen ist die Vereinbarung mit Tata ein lang erwarteter Befreiungsschlag. Hiesinger wollte eigentlich in der kommenden Woche dem Aufsichtsrat seine Strategiepläne für den Mischkonzern nach der Fusion präsentieren. Insidern zufolge stand zuletzt auch der Aufsichtsrat nicht mehr geschlossen hinter ihm. Dass der fehlende Rückhalt in den vergangenen Tagen trotz der Verschwiegenheitspflicht der Aufsichtsräte auch noch öffentlich wurde, schwächte Hiesinger zusätzlich.

Der Chef des Thyssenkrupp-Konzerns, Heinrich Hiesinger, hat seinen Rücktritt angekündigt. "Ein gemeinsames Verständnis von Vorstand und Aufsichtsrat über die strategische Ausrichtung des Unternehmens ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Unternehmensführung".

Mit Hiesingers Schritt hat der aggressive Investor Elliott eines seiner Hauptziele in vergleichsweise kurzer Zeit erreicht.

Thyssenkrupp hatte erst kürzlich seine Stahlsparte in ein Joint Venture mit dem indischen Rivalen Tata Steel eingebracht.

Aktionärsvertreter waren noch davon ausgegangen, dass Hiesinger nach der Fusionsentscheidung wieder deutlich fester im Sattel sitze. Forderungen von Investoren wie Cevian nach einer raschen Zerschlagung des Unternehmens hatte er aber stets abgelehnt. Hiesinger ließ in seiner Erklärung aber durchblicken, dass es Differenzen zwischen Vorstand und Aufsichtsrat über den Kurs des Industriekonzerns gab.


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