Unfall in Provence: Chef des HNA-Konzerns verunglückt bei Fotoaufnahme tödlich

Er war einer der mächtigsten Manager Chinas.

Der überraschende Tod des HNA-Chefs platzt in eine Zeit der Ungewissheit für den Mischkonzern, der sich in den vergangenen drei Jahren mit milliardenschweren Zukäufen offenbar übernommen hatte.

Wang war nach einem Sturz in Frankreich am Dienstag seinen schweren Verletzungen erlegen. Man betrauere den Tod eines "außergewöhnlich begabten Anführers und Vorbilds", teilte der Konzern mit. Er sei dann 15 Meter in die Tiefe gestürzt.

Es sehe nach einem Unfall aus, erklärte die französische Polizei. Zudem gehören die früheren Swissair-Firmen Gategroup, Swissport und SR Technics zu der Gruppe. Den Anteil an der Deutschen Bank verringerten die Chinesen kürzlich auf 7,6 Prozent. Schnell stieg HNA so zu einem der 500 weltgrößten Unternehmen auf. Doch aufgrund der steigenden Schuldenlast versuche der Konzern jetzt, sich von Beteiligungen zu trennen.

Mit Notverkäufen versuchte das Management, das taumelnde Unternehmen zu stabilisieren. Gegen den Trend im Plus waren erneut die Energieversorger Eon und RWE, die bis kurz vor Handelsende rund zwei Prozent zulegten, auch Telekom und Deutsche Bank waren vorne. Zugleich gab es immer wieder Fragen zu den Machtverhältnissen im Konzern bei HNA: Schweizer Behörden etwa bemängelten im vergangenen November, die Angaben zur Eigentümerstruktur seien "unwahr bzw. unvollständig". Unklar ist nun, wie es mit dem Unternehmen, das auch viel Geld in die Touristik investiert hat, weitergeht.

Wang, der knapp 15 Prozent an HNA hielt, verantwortete als Verwaltungsratschef die Strategie und das Tagesgeschäft, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten. Die Mehrheit der Anteile besitzt mit 52 Prozent eine in New York ansässige Stiftung unter Vorsitz des ehemaligen FDP-Politikers und Vizekanzlers Philipp Rösler.


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