Barauszahlung: Iran will 300 Millionen Euro aus Deutschland ausfliegen

Nicht weniger als 300 Millionen Euro will sich der Iran in Deutschland auszahlen lassen - und nach Teheran fliegen lassen. Devisen sind knapp. Aufgrund von US-Sanktionen ist das Regime vom bargeldlosen Zahlungsverkehr weitgehend abgeschnitten.

Höchste Regierungskreise sind involviert. Man sei "sehr besorgt" über die Berichte.

Iran will hunderte Millionen Euro in bar von Deutschland nach Teheran ausfliegen, um das Geld angesichts amerikanischer Sanktionen vor einem drohenden Einfrieren von Konten zu retten. Konkret geht es darum, Guthaben der staatlichen Europäisch-Iranischen Handelsbank bei der Bundesbank in Höhe von 300 Millionen Euro auszuzahlen. Damit seien die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) und die Zentralstelle für Transaktionsuntersuchung (Fiu) beauftragt. Nun fürchtet Iran offenbar, demnächst nicht mehr an seine Guthaben im Ausland heranzukommen.

Eine der Drohungen der USA richtete sich gegen Geldhäuser, die direkt oder indirekt Transaktionen mit iranischen Instituten unterstützen.

Die Europäisch-Iranische Handelsbank wurde 1971 mit Sitz in Hamburg gegründet und ist in Staatsbesitz. Die Bundesregierung und die übrigen EU-Staaten dagegen wollen an dem Abkommen festhalten. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes betonte, Teil der Prüfungen sei auch, ob auch jetzt schon "Verletzungen gegen ein Sanktionsregime vorliegen".

Zur Dauer des Verfahrens machte die Sprecherin keine Angaben.

"Diese Prüfungen laufen entsprechend der ganz klaren Vorgaben ab", sagte die Sprecherin des Bundesfinanzministeriums. Wegen der angedrohten scharfen US-Sanktionen gegen den Iran befürchtet die iranische Regierung, dass ihr das Geld ausgeht. Das Ganze sei "politisch heikel". "Auf jeden Fall gibt es eine klare Linie, wenn eine solche große Transaktion ansteht in Länder, die mit Blick auf Geldwäsche und Terrorfinanzierung mit besonderen Risiken behaftet sind", sagte sie. Der Iran hatte sich im Atomabkommen bereit erklärt, sich Kontrollen zu unterwerfen, im Gegenzug wurden wirtschaftliche Lockerungen und mehr ausländische Investitionen zugesagt.

Das von islamischen Klerikern beherrschte Land hält sich laut der in Wien ansässigen Internationalen Atomenergiebehörde bisher an die Auflagen des Abkommens.

Erst am Wochenende forderte Irans Präsident Hassan Rouhani konkrete Maßnahmen.

Auf der anderen Seite droht massiver Ärger mit den USA und Israel, weil sie dem Iran vorwerfen, den Terrorismus im Nahen und Mittleren Osten mit viel Geld zu fördern, zum Beispiel in Syrien und Jemen.

Als Begründung für den politisch brisanten Plan gab die iranische Regierung laut "Bild" gegenüber deutschen Behörden an, dass man das Geld "zur Weitergabe an iranische Personen, die mangels Zugang zu anerkannten Kreditkarten bei Auslandsreisen auf Euro-Bargeld angewiesen sind", brauche. Das würde - einschließlich Banderolen - ein Gewicht von 1620 Kilogramm ausmachen - in normalen Koffern transportiert, müssten gut 80 Koffer an Bord geschleppt werden.


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