Thailand: Erste Kinder aus der Höhle sind frei

Die Rettung ist gefährlich: Kinder, die keinerlei Erfahrung im Tauchen haben, müssen vier Kilometer durch eine überflutete Höhle gelotst werden. Zehn Tage fehlte jedes Lebenszeichen von den Jungen, die größtenteils Minderheiten in Thailand angehören, - bis zwei eingeflogene britische Höhlentaucher sie zufällig entdeckten. Seitdem saßen die Jungen an einer trockenen Stelle etwa vier Kilometer im Höhleninneren fest.

"Heute ist der Tag X", der Rettungseinsatz habe begonnen, verkündete Einsatzleiter Narongsak daher am Sonntagmorgen. Der Beginn zögerte sich jedoch hinaus, ohne dass dafür Gründe bekannt wurden.

Die zwölf Mitglieder einer Jugend-Fußballmannschaft und ihr Betreuer waren seit dem 23. Juni in der weitläufigen Höhle eingeschlossen, nachdem wegen heftiger Regenfälle Teile der Höhle überflutet worden waren.

Am Dienstag soll die Rettungsaktion eines internationalen Teams von Spezialtauchern fortgesetzt werden, wenn die Taucher neue Kräfte gesammelt haben und auch die Versorgung mit Atemluft auf dem vier Kilometer langen Weg nach draußen sichergestellt ist.

Die behandelnden Ärzte in einem Krankenhaus der Provinzhauptstadt Chiang Rai berichteten am Dienstag von "minderschweren Lungen-Infekten" bei zwei Kindern. Keiner habe Fieber. Die ersten vier durften auch schon ihre Familien sehen - allerdings nur durch eine Glasscheibe. Nach Angaben der Behördenvertreter sind alle acht derzeit noch im Krankenhaus in Quarantäne. Provinzgouverneur Narongsak Osottanakorn versicherte, alle bislang Geretteten seien "sicher und gesund".

Über dieses Thema berichteten am 10. Juli 2018 das ARD-Morgenmagazin um 08:09 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr. Die Taucher müssten zunächst die Atemluftvorräte auffrischen, die in der ersten Phase der Aktion aufgebraucht worden seien. Vor dem Eingang waren vormittags Krankenwagen und Hubschrauber zu beobachten.

Das U-Boot wurde nach Musks Angaben auf den Namen "Wild Boar" ("Wildschwein") getauft, in Anlehnung an den Namen des Fußballteams. Im schlammigen Wasser kann man kaum etwas sehen. Immerhin: Zwei der Jungen erreichen bereits den Ausgang. Vor einigen Tagen galten der Coach, der seine wenigen Lebensmittelvorräte den Kindern gegeben hatte, und zwei Jungen als zu schwach, um herauszutauchen. Insgesamt sind etwa 90 Taucher im Einsatz. Zudem müssen auch vier Retter wieder aus der Höhle gebracht werden. Dies würde bedeuten, dass sich die Aktion noch länger hinziehen könnte.

Nach Regenfällen über Nacht schien am Montag in der Region die Sonne. Insgesamt sind mehr als tausend Retter im Einsatz. Der kilometerlange Weg zurück steht teils unter Wasser. Bei der Vorbereitung der Mission war am Freitag ein erfahrener thailändischer Taucher ums Leben gekommen.

Die örtlichen Medien sprechen laut dem TV-Sender BBC jedoch von sechs geretteten Jungen. Der achte Stock der Klinik, wo die Jungen jetzt schlafen, ist von der Polizei abgesperrt. Am Montag war zu beobachten, wie eine erste Gruppe von Zivilisten eingelassen wurde. Offiziell gab es dafür von Seiten der Behörden keine Bestätigung.


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