USA legen im Handelsstreit mit China nach

US-Präsident Donald Trump hatte der chinesischen Regierung bereits mit weiteren Strafzöllen gedroht, nun lässt er Taten folgen: Die USA haben eine neue Liste mit chinesischen Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar für mögliche Strafzölle vorgelegt, das sind umgerechnet etwa 170 Milliarden Euro. "Die großangelegte gegenseitige Anhebung von Zöllen zwischen China und den USA wird den US-chinesischen Handel unweigerlich zerstören", sagte der chinesische Vize-Handelsminister Li Chenggang am Mittwoch in Peking. Lighthizers Büro will demnach Gespräche über die betroffenen Produkte führen.

Während US-Präsident Trump nach Europa reist, heizt seine Regierung den Handelskonflikt mit China an.

Von den möglichen neuen US-Zöllen wären Lebensmittel, aber auch Chemikalien, Textilien, Metalle, elektronische Geräte und andere Waren aus China betroffen (die vollständige 196-Seiten-Liste finden Sie hier). Die Regierung in Peking hat die Kritik zurückgewiesen.

Am Dienstag hatte die Zeitung "The Wall Street Journal" geschrieben, dass die USA beabsichtigen würden, weitere Zölle auf die Waren aus China in Höhe von 200 Milliarden Dollar einzuführen.

Die USA zielen mit ihren bisherigen Strafzöllen vor allem auf technologische Produkte, weil sie China den Diebstahl geistigen Eigentums und erzwungenen Technologietransfer vorwerfen. Im Zentrum der Kritik steht Pekings Zukunftsstrategie "Made in China 2025": Die Parteikader haben darin mehrere Bereiche definiert, in denen China künftig führend sein soll, darunter der Bau von Autos und Flugzeugen sowie die Pharmaindustrie.

Mit der Entscheidung verschärft sich der Handelskonflikt zwischen den beiden Wirtschaftsmächten weiter. Für den Fall, dass China die angedrohten Maßnahmen in Höhe von 200 Milliarden Dollar erneut kontert, stellt er zusätzliche Strafzölle im Umfang von 300 Milliarden Dollar in Aussicht. Die USA importierten im vergangenen Jahr Waren im Wert von 505 Milliarden Dollar aus dem Land. Ein Sprecher des Handelsministeriums kündigte am Mittwoch "notwendige Gegenmaßnahmen" an, sollten die neuen US-Zölle in Kraft treten. China wolle umgehend eine Klage bei der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf einreichen. China hatte mit ähnlichen Strafzöllen auf US-Importe reagiert. Eine andere Art der Vergeltung wäre es, US-Unternehmen zu gängeln, die in der Volksrepublik ansässig sind: Etwa, indem sie die Bevölkerung zum Boykott von US-Produkten aufruft.


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