England und Kroatien im Vergleich

Schon der erste Torschuss des Spiels fand seinen Weg ins Ziel: Trippier zirkelte einen direkten Freistoß aus knapp 17 Metern in den rechten Winkel. Der Flügel von Inter Mailand bereitete den Siegtreffer mit einem gewonnenen Kopfballduell vor, nachdem er Kroatien mit dem Ausgleich in der 68. Minute in die Verlängerung gerettet hatte. In ihrer dritten Verlängerung in der K.o. -Phase traf dann Mario Mandzukic entscheidend. Am Sonntag steigt in Moskau damit das große Finale zwischen Frankreich und Kroatien. England spielt am Samstag gegen Belgien (16 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) noch um Platz drei. 360 Minuten absolvierten sie in Achtel-, Viertel- und nun Halbfinale. An Spielminuten gemessen ein Match mehr als Gegner Frankreich. Aus der ersten Kombination der Engländer resultierte in der 4. Minute ein Freistoß. Modric hatte Dele Alli zu Fall gebracht. Aus aussichtsreicher Position nahm Tottenhams Trippier aus etwas mehr als 20 Metern Maß - und versenkte den Ball zu seinem ersten Treffer im Teamtrikot. Der erste englische Freistosstreffer an einer WM seit David Beckham 2006 war der neunte englische Treffer nach einer Standardsituation.

Kroatien dreht gegen England einen 0:1-Rückstand um, gewinnt dank eines Treffers von Mandzukic nach Verlängerung mit 2:1 und steht erstmals im WM-Finale. Modric, Ivan Rakitic und Co. taten sich im Spielaufbau schwer.

Wie gegen Dänemark und Russland hatten sich die Kroaten lange schwer getan, die Souveränität und der spielerisch Esprit aus der Vorrunde fehlte der Mannschaft von Zlatko Dalic auch gegen England über weite Strecken.

Die Riesenchance ließ Harry Kane aus. Der Schiedsrichter-Assistent sah in der Aktion eine Abseitsstellung, der Videobeweis kam durch Kanes Fehlschuss nicht zum Einsatz. Näher waren einem weiteren Treffer die Engländer, so auch durch Jesse Lingard bei dessen Schuss von der Strafraumgrenze (36.). Luka Modric und Ivan Rakitic, die spielstarke Zentrale, bekam zwar nach dem anfänglichen Schock die Partie zwar immer besser in den Griff, klare Chancen erarbeiteten sich die Kroaten aber nicht. Pickford war zunächst noch unterbeschäftigt. Der Ausgleich war deshalb durchaus verdient. Glück für Kroatien, dass sein hohes Bein gegen Walker nicht abgepfiffen wird. Southgate reagierte auf die um sich greifende Verunsicherung seiner Elf mit der Hereinnahme von Marcus Rashford für Raheem Sterling.

Die Pause half den Engländern, die geordneter in die Verlängerung starteten. Standards blieben ihr Trumpf. Den Kopfball von John Stones wehrte Sime Vrsaljko auf der Linie ab (99.), zehn Minuten später war es ausgerechnet Jones, der auf der Gegenseite gegen Mandzukic zu spät kam. Den Aufreger auf der anderen Seite lieferte Mandzukic, der nach einer scharfen Hereingabe am Knie von Pickford scheiterte (105.). Der Juventus-Stürmer sollte dann doch noch jubeln dürfen.


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