Christine Nöstlinger im Alter von 81 Jahren gestorben | Kultur

Nun ist die österreichische Schriftstellerin Christine Nöstlinger im Alter von 81 Jahren verstorben. Das teilte der Residenz Verlag am Freitag mit, nachdem der "ORF" darüber berichtet hatte. "Wir trauern um unsere großartige, warmherzige und ihrer Gesinnung stets treu gebliebene Autorin", ist auf der Startseite des Verlages neben einem Bild von Nöstlinger in weißer Schrift auf schwarzem Hintergrund zu lesen. Demnach ist die Kinderbuchautorin bereits am 28. Juni 2018 in Wien gestorben.

"Mit ihr hat Österreich eine seiner international bedeutendsten literarischen Stimmen verloren", kondolierte Bundespräsident Alexander Van der Bellen noch am Abend via Aussendung: "Wer je eine Geschichte von Christine Nöstlinger gelesen oder vorgelesen bekommen hat, dem bleibt ihr sprachlicher Witz, ihr Humor in Erinnerung". Weil sie sich - nach dem Studium der Gebrauchsgrafik an der Akademie für angewandte Kunst in Wien - als Hausfrau und Mutter zweier Töchter (geboren 1959 und 1961) langweilte, zeichnete und schrieb sie "Die feuerrote Friederike" (1970). Der Text war so erfolgreich, dass sie weiterschrieb. Zuletzt etwa "Maikäfer flieg", jenes Buch, in dem Nöstlinger ihre Kindheit während des Zweiten Weltkriegs aufarbeitete (Regie: Mirjam Unger; mit Zita Geier als Christine und Ursula Strauss als deren Mutter). Vom autobiografischen Roman "Maikäfer, flieg" (1973), dem Nachfolger "Zwei Wochen im Mai" (1981) über "Die Kinder aus dem Kinderkeller (1971), "Wir pfeifen auf den Gurkenkönig" (1972), "Ein Mann für Mama" (1972), "Rosa Riedl Schutzgespenst" (1979), "Der Hund kommt!". Ich kann mich überhaupt nicht mehr daran erinnern, dass einmal kein Krieg war", heißt es darin. (1987) bis hin zu "Der Zwerg im Knopf (1989), "Anna und die Wut" (1990) und "Villa Henriette" (1996)".

Die Autorin verfasste selbst Drehbücher, Hörspiele und Theaterstücke und arbeitete - unter anderem als Literaturkritikerin - für verschiedene Medien.

So blieb Nöstlingers Wirken nicht auf die Welt der kleinen Menschen beschränkt. Nicht nur bei Kindern, auch bei Erwachsenen erfreute sich Nöstlinger großer Beliebtheit, etwa ihre Dialekt-Gedichtbände "Iba de gaunz oaman Kinda" (1974), "Iba de gaunz oaman Fraun" (1982) und "Iba degaunz oaman Mauna" (1987). Ihre beiden Töchter Christiane Nöstlinger und Barbara Waldschütz steuerten die Illustrationen zu einer Reihe ihrer Bücher bei.

Christine Nöstlinger wurde für ihr Schaffen vielfach ausgezeichnet und erhielt etwa 1984 für ihr Gesamtwerk den Hans-Christian-Andersen-Preis, 1998 den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln und 2003 den ersten Astrid-Lindgren-Preis, den "Nobelpreis für Kinderliteratur". 2014 kam der Österreichische Kinder- und Jugendbuchpreis dazu.


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