Supermarktkette im Arbeitskampf: Streiks bei Real beginnen - Verdi kritisiert Tarifflucht

Nur noch 1.260 statt 1.550 Euro? Verdi fordere von Real die Rückkehr in die Tarifbindung und plane weitere Streik- und Aktionstage. Verdi rechnet mit mehreren hundert Teilnehmern. Es könne aber "zu minimalen Beeinträchtigungen" beim Einkaufen kommen. Verdi wirft dem Unternehmen Tarifflucht vor, nachdem es aus dem Tarifvertrag für den Einzelhandel ausgestiegen war und die Real-Mitarbeiter in eine neue Gesellschaft überführt hatte.

Bundesweit hatten Tausende von Beschäftigten Verdi zufolge gegen das Ausscheren Reals aus dem Verdi-Tarifvertrag protestiert.

Dies bedeute für die Betroffenen durchschnittlich 23 Prozent weniger Geld, betonte Nutzenberger und fügte hinzu: "Solche Löhne führen direkt in die Altersarmut der Beschäftigten".

"Den betroffenen Beschäftigten droht dadurch nicht bloß ein großer Verlust an Einkommen, sondern akut Armut trotz Arbeit und erst recht im Alter", sagte der Landesfachbereichsleiter Handel, Bernhard Schiederig. "Wir kämpfen für Löhne, von denen man leben kann", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger in Berlin.

Mit dem Streik will Verdi Real dazu bringen, wieder den Einzelhandelstarifvertrag von Verdi anzuerkennen. Verdi rief die 34.000 Beschäftigten zunächst für Freitag und Samstag zum Streik auf, behält sich aber weitere Aktionen vor. Nachdem Metro Real jedoch in den kleineren Arbeitgeberverband AHD ausgelagert hatte, wurden Verträge mit der Konkurrenzgewerkschaft DHV geschlossen.

In der neu gegründeten Real GmbH gelten für künftig einzustellende Mitarbeiter Tarifverträge, die die Metro-Tochter mit der christlichen Gewerkschaft DHV abgeschlossen hat.

Ein Real-Sprecher wies den Vorwurf der Tarifflucht zurück. Das sei für Real nicht mehr tragbar gewesen.

Die Rosenheimer Mitarbeiter sind zu einer Kundgebung in Augsburg eingeladen (9.30 Uhr).


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